Freitag, 11. Juli 2014

REZENSION "Verloren in der grünen Hölle" von Ute Jäckle

Das Leben der siebzehnjährigen Kolumbianerin Elena verläuft glücklich und sorgenfrei. Bis sie eines Tages gemeinsam mit zwei Freundinnen auf dem Weg zu einem Einkaufsbummel entführt und in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten im Regenwald verschleppt wird. Eine Zeit voller Todesangst und Schrecken bricht für die Mädchen an, denn der cholerische Bandenführer Carlos kennt keine Gnade.
Elena will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden, sie rebelliert mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Männer und fordert damit den Zorn von Carlos heraus. In letzter Minute beschützt der attraktive Entführer Rico sie vor dem gefährlichen Anführer und stürzt Elena in einen Gewissenskonflikt. Ehe Elena bewusst wird, auf was sie sich einlässt, zieht es sie in einen reißenden Strudel aus Leidenschaft und tödlicher Gefahr.
Seitenanzahl: 470
Preis: 5,99 EUR
ISBN:9789963524006
Verlagbookshouse


Cover:

Das Cover finde ich wunderschön. Ich Hintergrund die Wildnis und im Vordergrund eine wunderschöne junge Frau die vermutlich Elena darstellen soll. Auch der Buchtitel ist schön dargestellt. Definitiv ein Cover was jedes Kindle verschönert und ich auch gerne im Regal stehen hätte =)


Meinung:


Mit der Situation der drei Mädchen, Elena, Luisa und Adriana möchte ich ehrlich nicht tauschen. Entführt und nach tagelangem, kräftezehrenden Marsch durch den Regenwald in einem kleinen Camp gefangen gehalten zu werden und nicht zu wissen was als nächstest Geschieht, zumal Carlos unberechenbar scheint, ist wirklich grausam. Elena hebt sich deutlich von den anderen beiden Mädchen ab, den während sie an eine mögliche Flucht denkt und ihren Mund nicht immer unter Kontrolle hat sind die anderen beiden vor Angst gelähmt.


>>Nein, auf keinen Fall, und du gehst auch nicht. Es sei denn, du bist irre oder selbstmordgefährdet, dann hast du meinen Segen.<<

Wenn man an einen Entführer denkt, hat man wohl nicht im Kopf, das man für diesen Sympathie empfinden könnte. Doch Rico ist ganz anders als der Chef im Camp. Er setzt sich für die Geiseln ein und versucht das ihnen nicht geschadet wird. Elena kann ich daher gut verstehen, in dieser andauernden Situation voller Angst wäre ich wohl auch über jeden froh, der mich von meinen Ängsten und Sorgen ablenken würde und das was sie von Rico erfährt, klingt auch eher traurig als gefährlich und wie sagt man so schön, wo die Liebe hinfällt. Man kann sich nun einmal nicht aussuchen ob es passiert oder bei wem. Nichts desto trotz kann ich auch ihre Freundin und die anderen Geiseln verstehen. Sie fühlen sich ein Stück weit verraten und denken Elena flüchtet sich nur in Ricos Arme um vor Carlos geschützt zu sein. Das Elena auch ruhig bleibt als ziemlich unschöne Kommentare vor allem von Pedro kommen fand ich dann auch wieder bewundernswert.

Im Camp scheint jeder Alltag gleich und doch bleibt immer die Spannung erhalten, den Carlos ist wirklich unberechenbar und so war ich immer gespannt, ob die Geiseln heute ruhe haben werden oder ob sie nur einen falschem Mucks von sich geben müssen.
Doch nach mehreren Tagen im Camp ereignen sich Sachen, die sogar die Gefangenen zu stutzen bringen.


Elena saß mit den anderen vor der Hütte, als Rico und einer der Wächter ins Lager kamen, die den gefesselten Raul vor sich hertrieben. Adrianas Gesicht zeigte Erstaunen. >>Ich fasse es nicht. Jetzt fesseln die sich gegenseitig. Entweder, denen ist langweilig und die spielen hier Räuber und Gendarm, oder die haben gerade ein riesiges Problem.<< 

Der Teil des Buches in dem die Mädchen gefangen gehalten wurden war voller Spannung und Angst. Auch ich habe mitgezittert und gebangt. Doch auch der zweite Teil, der ca. 1/3 des Buches ausmacht befasst sich mit der Zeit nach dem Regenwald und dieser hat mir auch gezeigt, was Elena für ein starkes und vor allem mutiges Mädchen ist. Sie hat sich in Rico verliebt und steht in aller Öffentlichkeit zu ihm, was von den Außenstehenden gar keiner verstehen kann. Ihre Eltern verstoßen sie. Dieser Part hat mich schon sehr schockiert. Wie können die Eltern ihrer Tochter so wenig zuhören. Natürlich kann ich verstehen das ihre Eltern Vorbehalte haben, aber diese hören einfach gar nicht zu.

Als sich dann auch noch herausgestellt hat, wer die Entführung veranlasst hat, wäre ich beinahe aus dem Bett gefallen, denn damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.

Das Buch war voller Spannung, Abenteuer und hat mich nicht mehr aus seinem Sog gelassen.



Charaktere:

Elena ist Charakter der mich beeindruckt und ich dennoch manchmal denke, jetzt hättest du besser den Mund gehalten. In der Zeit der Gefangenschaft hat sie Momente in denen sie ihren Mund einfach nicht halten kann, weshalb sie öfter mal in unangenehme Situationen gerät. Nichts desto trotz ist sie ein sehr tapferes Mädchen, den trotz der Sticheleien ihrer Freunde und die Vorwürfe ihrer Eltern bleibt sie dem Menschen Treu für den alle kein Verständnis aufbringen.

Rico ist einer der Entführer, obwohl er mit am Anfang nicht sonderlich freundlich vorkam entwickelt er sich in der Geschichte doch zu einem netten Menschen. Er versucht die Geiseln vor dem Zorn Carlos zu schützen, doch auch das liegt nicht immer in seiner Hand. Er ist ein Entführer und dennoch sehe ich ihn nicht als schlechten oder bösen Menschen an. Jedoch zum Ende der Geschichte hat dieser Eindruck einen kleinen Riss bekommen, als er aus dem Krankenhaus flieht.

Pedro ist eine Geisel, die schon sechs Monate gefangen gehalten wird. Er versteht sie gut mit den anderen in seiner Situation, doch je mehr man über ihn erfährt, desto unsympathischer wurde er mir. 


Schreibstil:

Ute Jäckle hat mich mit ihrem Schreibstil in den Regenwald abtauchen lassen. Sie hat gekonnt jede Menge Spannung und unerwartete Wendungen eingebaut. Ich als Leser habe mich vor Carlos gefürchtet und hatte Angst, was er wohl als nächstes mit den Geiseln anstellen würde.
Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können und habe es innerhalb von knapp 1,5 Tagen ausgelesen. Gerade wenn eine Spannung vorüber war kam auch schon die nächste und ich musste einfach wissen wie es weiter geht.
Die Autorin hat die Ereignisse sehr bildhaft geschildert, weshalb ich mich gut in jeden einzelnen Charakter hineinversetzen konnte.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Handlung man auf 470 Seiten erleben kann, denn ich hatte das Gefühl die ganzen Monate hautnah mitzuerleben.

Ich hoffe, dass wir noch sehr viel von Ute Jäckle lesen können den mit "Verloren in der grünen Hölle" ist mein Stapel an Lieblingsbüchern um eins gewachsen.

Bewertung:



Zur Autorin:

Ute Jäckle wurde in Stuttgart geboren. Sie studierte BWL in Nürnberg und verbrachte einige Jahre in den USA. Nach dem Studium arbeitete sie für die Industrie. Schon immer war ihre ganz große Leidenschaft das Lesen, aber mit dem Schreiben begann sie erst vor ein paar Jahren. Seitdem kann sie aber nicht mehr davon lassen und widmet sich voll Hingabe dem Verfassen von Liebesromanen. Ute Jäckle lebt mit Mann und zwei Kindern im Nordosten Baden-Württembergs.


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